Entscheiden bleibt menschlich. Ausführen darf unterstützt werden.
Für den Schlaganfall ist robust belegt, dass unsichtbare kognitive Folgen bestehen bleiben können, besonders in Planung, Aufmerksamkeit und Handlungssteuerung — auch wenn die körperliche Erholung gut erscheint. ID360 untersucht die Übertragbarkeit dieses Problemrahmens auf weitere erworbene neurologische Beeinträchtigungen. Kognitive oder sprachliche Einschränkungen erlauben dabei keine pauschalen Schlüsse auf Entscheidungsfähigkeit oder Autorität.
ID360 bezeichnet die mögliche Lücke zwischen Willen bzw. Autorisierung und der praktischen, überwachten, mehrschrittigen Ausführung arbeitsleitend als Execution-Capacity Gap. Der Begriff ist kein etablierter Standardbegriff und keine Diagnose, sondern ein integratives Forschungskonzept mit starken Teilfundamenten.
Administrative und versorgungsbezogene Prozesse sind dafür ein relevanter Anwendungsfall: Fristen, Nachweise, mehrere Systeme und Rückfragen erhöhen die Anforderungen an Planung, Koordination und mehrschrittige Ausführung.
Leitfrage: Wie kann Ausführung unterstützt oder delegiert werden, ohne Autorität, Urheberschaft und Widerrufbarkeit vom Menschen wegzuschieben?
K1
Neurologische PhaseAkutes Ereignis und funktionelle Einschränkungen.
PSCC
K2
Identität & AdministrationBiografische Disruption, exekutive Überforderung, institutionelle Anforderungen.
PSCC
K3
Soziale PhaseNetzwerkbelastung, Rückzug und Verlust informeller Kompensation.
PSCC
K4
Finanzielle PhaseWirtschaftliche Konsequenzen aus anhaltender Handlungs- und Systembelastung.
PSCC
K5
Gesundheit & ÜberlebenLangfristige Verschlechterung als hypothesierte Endphase der Kaskade.
PSCC
Der Post-Stroke Collapse Cascade (PSCC) ist ein Working Construct und keine klinische Diagnose. Die vollständige gerichtete Kaskade ist bislang nicht prospektiv getestet.