ID360.life · Forschungs- & Entwicklungsinitiative · Berlin · 2026

Digitale Assistenz nach Schlaganfall und anderen erworbenen neurologischen Ereignissen.

ID360.life ist die Forschungs- und Entwicklungsinitiative für assistive KI und menschliche Handlungsfähigkeit nach erworbenen neurologischen Beeinträchtigungen. Schlaganfall ist der klinische Ausgangspunkt und erste Anwendungsfall. Das aktuelle ID360-Framework hält persönliche Autorität ausdrücklich getrennt von Ausführungskapazität und koordiniert aufgabenbezogen menschliche, professionelle und technische Unterstützung — einschließlich KI — ohne Autorität stillschweigend zu übertragen.

Klinischer Ausgangspunkt
Schlaganfall ist der erste klinische Anwendungsfall. Die Übertragbarkeit auf weitere erworbene neurologische Beeinträchtigungen soll systematisch geprüft werden.
Assistive AI
KI kann Vorbereitung und Ausführung unterstützen — sie soll nicht stillschweigend die Entscheidung übernehmen.
Human Agency
Autorisierung, Grenzen, Widerruf und Nachvollziehbarkeit bleiben explizit beim Menschen verankert.
Extern gestützte Teilfundamente
Externe Literatur stützt den Problemrahmen und mehrere Bausteine; das integrierte ID360-Framework ist noch nicht klinisch validiert.

Entscheiden bleibt menschlich. Ausführen darf unterstützt werden.

Für den Schlaganfall ist robust belegt, dass unsichtbare kognitive Folgen bestehen bleiben können, besonders in Planung, Aufmerksamkeit und Handlungssteuerung — auch wenn die körperliche Erholung gut erscheint. ID360 untersucht die Übertragbarkeit dieses Problemrahmens auf weitere erworbene neurologische Beeinträchtigungen. Kognitive oder sprachliche Einschränkungen erlauben dabei keine pauschalen Schlüsse auf Entscheidungsfähigkeit oder Autorität.

ID360 bezeichnet die mögliche Lücke zwischen Willen bzw. Autorisierung und der praktischen, überwachten, mehrschrittigen Ausführung arbeitsleitend als Execution-Capacity Gap. Der Begriff ist kein etablierter Standardbegriff und keine Diagnose, sondern ein integratives Forschungskonzept mit starken Teilfundamenten.

Administrative und versorgungsbezogene Prozesse sind dafür ein relevanter Anwendungsfall: Fristen, Nachweise, mehrere Systeme und Rückfragen erhöhen die Anforderungen an Planung, Koordination und mehrschrittige Ausführung.

Leitfrage: Wie kann Ausführung unterstützt oder delegiert werden, ohne Autorität, Urheberschaft und Widerrufbarkeit vom Menschen wegzuschieben?
K1
Neurologische PhaseAkutes Ereignis und funktionelle Einschränkungen.
PSCC
K2
Identität & AdministrationBiografische Disruption, exekutive Überforderung, institutionelle Anforderungen.
PSCC
K3
Soziale PhaseNetzwerkbelastung, Rückzug und Verlust informeller Kompensation.
PSCC
K4
Finanzielle PhaseWirtschaftliche Konsequenzen aus anhaltender Handlungs- und Systembelastung.
PSCC
K5
Gesundheit & ÜberlebenLangfristige Verschlechterung als hypothesierte Endphase der Kaskade.
PSCC
Der Post-Stroke Collapse Cascade (PSCC) ist ein Working Construct und keine klinische Diagnose. Die vollständige gerichtete Kaskade ist bislang nicht prospektiv getestet.

Was heute gestützt ist — und was ID360 erst noch zeigen muss.

Die Literatur stützt den Problemrahmen und mehrere Teilmechanismen deutlich stärker als die integrierte Gesamtlösung. ID360 trennt deshalb etablierte Befunde, übertragbare Governance-Muster und eigene Forschungshypothesen konsequent voneinander.

Post-Stroke Cognition

Unsichtbare kognitive Folgen können trotz guter körperlicher Erholung bestehen bleiben.

Planung, Aufmerksamkeit und Handlungssteuerung gehören zu den Bereichen, in denen alltagsrelevante Einschränkungen fortbestehen können — auch bei mildem Verlauf oder guter klinischer Erholung.

El Husseini et al. 2023 · Jokinen et al. 2015 · Gallucci et al. 2024
Real-World Tasks

Kurze Screenings können alltagsrelevante Defizite unterschätzen.

Performance-basierte Aufgaben machen Defizite in Genauigkeit, Regelbefolgung, Strategieeinsatz und mehrschrittiger Ausführung sichtbar, die in globalen Kurzscreenings unauffällig bleiben können.

Jaywant et al. 2021 · Jokinen et al. 2015
Supported Decision-Making

Entscheidungsfähigkeit, Kommunikation und praktische Ausführung sind nicht deckungsgleich.

ID360 bewertet keine rechtliche Entscheidungsfähigkeit. Unterstützte Kommunikation und adaptive Darstellung sollen Willen und Autorisierung zugänglich machen, ohne sie algorithmisch abzuleiten.

Stipinovich et al. 2023 · Peterson et al. 2020 · Douglas & Bigby 2018
Forschungslücke

Variable menschliche Oversight ist bislang nur teilweise erforscht.

Viele Oversight-Modelle setzen einen stabil handlungsfähigen Menschen voraus. Wie Assistenz gestaltet werden sollte, wenn Review-, Monitoring- und Stop-Fähigkeit selbst schwanken, ist vergleichsweise untererforscht.

Endsley 2017 · Munsell et al. 2024 · van de Sande et al. 2026
ID360 ist bislang nicht als integrierte Intervention klinisch validiert. Noch offen ist, ob die Architektur Aufgabenlast reduziert, Agency in der Praxis erhält oder funktionelle bzw. klinische Outcomes verbessert.

Persönliche Autorität bleibt getrennt von verteilter Ausführungskapazität.

Das aktuelle Framework erweitert ID360-Bridge v1.0. Der Governance-Kern bleibt erhalten; neu modelliert ID360 die für eine konkrete Aufgabe verfügbare Distributed Action Capacity (DAC) über menschliche, professionelle und technische Akteure. Governance G bleibt bewusst außerhalb des Kapazitätskonstrukts.

ID360 bewertet keine rechtliche Entscheidungsfähigkeit, diagnostiziert keine Beeinträchtigung und leitet Autorität nicht aus Aufgabenleistung ab. Es koordiniert Funktionen, Rollen, Monitoring, Reserve und Recovery innerhalb eines expliziten Governance-Rahmens.

T — Task

Aufgabe & Task Profile

Ziel, Kontext und kritische Funktionen werden für die konkrete Aufgabe erfasst. Konsequenzklasse C und Room to Act R steuern Kontrolltiefe und Reaktionsgeschwindigkeit.

Keine universelle Personenscore-Logik: Kritikalität ist aufgabenbezogen.

G — Governance

Attributable Authorization

Wer darf autorisieren, delegieren, ausführen, widerrufen oder eskalieren? Autorisierung bleibt zurechenbar und wird an relevanten Commit-Punkten erneut geprüft.

Kapazitätsänderung ≠ Autoritätsänderung.

DAC — Distributed Action Capacity

F · Q · M · R_s · R_c

Task-relevante Funktionskapazitäten, Koordinationsqualität, Monitoring, Action Reserve und Recovery Capacity können über Person, Unterstützer, Professionelle und begrenzte technische Agenten verteilt sein.

Verteilte Funktionen übertragen nicht automatisch persönliche Autorität.

Runtime — Six Gates

Execute · Verify · Recover

Task, Governance, Functional Capacity, Coordination und Safeguard werden vor Ausführung geprüft; G6 verifiziert danach Ausführung und Outcome. Materielle Änderungen führen zum frühesten betroffenen Gate zurück.

Monitoring und Recovery sind aktive Funktionen — nicht bloße Protokollierung.

Persistent Task, Governance & Context State Task State · Rollen · Autorisierung · Delegation · kritische Funktionen · Load/Availability · Monitoring · Reserve · Execution State · Provenance · Review / Revocation / Recovery
Human agency bleibt person-centred. Effektive Ausführung kann aus einem koordinierten sozio-technischen Netzwerk entstehen.

Sechs Gates — mit Ausführung zwischen Safeguard und Verification.

Ein administrativer oder versorgungsbezogener Vorgang eignet sich als Stress-Test, weil er Fristen, Dokumente, Rollen und mögliche irreversible Folgen zusammenbringt. Die Gates sind ein Architekturmodell — kein bereits klinisch validierter Produktionsprozess.

G1

Task

Ziel, Kontext, Grenzen, Konsequenz und Room to Act werden ausreichend klar.

G2

Governance

Autorität, Rollen, Delegation, Widerruf und zulässige Kontingenzen werden geprüft.

G3

Functional Capacity

Kritische Funktionen müssen direkt oder über zulässige Kompensation verfügbar sein.

G4

Coordination

Rollen, Handovers, Timing, Abhängigkeiten, Load und Unabhängigkeit müssen zusammen funktionieren.

G5

Safeguard → Execute

Monitoring, Backup, Eskalation und Recovery werden abgesichert; erst dann erfolgt Ausführung im autorisierten Rahmen.

G6

Verification & Recovery

Plan und Ist werden verglichen; Outcome und Provenance bleiben getrennt sichtbar. Materielle Abweichungen öffnen das früheste betroffene Gate erneut.

Getrennte Forschungsstränge — mit klar unterschiedlichem Evidenzstatus.

ID360.life stützt sich nicht auf eine einzige große Theorie. Systemarchitektur, Governance, Problem-Modell und klinische Biomarkerforschung sind getrennte Arbeiten. Sie können einander informieren, sollen aber nicht gegenseitig Evidenz vortäuschen.

Das aktuelle ID360-DAC-Paper führt die Arbeit aus ID360-Bridge und PSCC in einem sozio-technischen Framework zusammen: persönliche Autorität bleibt getrennt von Distributed Action Capacity, während Funktionen, Koordination, Monitoring, Reserve und Recovery aufgabenbezogen organisiert werden. Das Framework ist konzeptionell und verlangt gestufte empirische Validierung.

Governance-Kern · Public Preprint v1.0

ID360-Bridge

A Ledger-Based Action Architecture for Attributable Human Agency Under Post-Stroke Executive Impairment. Grundlage für attributable authorization, capacity-adaptive interaction, bounded execution und die Trennung von Autorisierung und Ausführung.

Heilemann & Müller · 18. September 2026
DOI: 10.5281/zenodo.22830235
Preprint · Working Construct

Post-Stroke Collapse Cascade (PSCC)

Fünf-Phasen-Modell möglicher neurologischer, administrativer, sozialer, finanzieller und gesundheitlicher Folgeketten. Hypothesen- und Interventionsrahmen — keine klinische Diagnose und bislang nicht als Gesamtkaskade prospektiv validiert.

Heilemann & Müller · Zenodo v1 / Manuskript v1.6
DOI: 10.5281/zenodo.20360084
Präregistriertes Studienprotokoll v0.6

NEURO-PERSIST

Geplante multizentrische Untersuchung digitaler Biomarker und 90-Tage-Outcome nach Schlaganfall. Das Dokument ist ein Studienprotokoll — keine abgeschlossene Studie und kein klinischer Wirksamkeitsnachweis für ID360.

Heilemann & Müller · klinische Partner gesucht
DOI: 10.5281/zenodo.20272452
Governance-Genealogie · Public Preprint v1.0

The Ledger Principle

Typed Cross-Domain Framework für Observation, Registrability, Authorization/Commitment, Persistence, Constraint, Execution, Outcome und Feedback. Liefert Governance-Vokabular und strukturelle Genealogie — keine klinische Evidenz für ID360.

Heilemann · 12. September 2026
DOI: 10.5281/zenodo.22729891
Forschungslinie · seit 1993

Situationsangemessenes Handeln — lange vor ID360.life.

Die Beschäftigung der Initiatoren mit Handeln unter Belastung reicht Jahrzehnte zurück. 1993 veröffentlichten Karsten Heilemann und Frank Müller Aufbautraining Judo — ein trainingsmethodisch-psychologisches Stufenprogramm zur Ausbildung situationsangemessener Kampfhandlungen. Die heutige ID360-Arbeit behandelt diese frühere Arbeit nicht als klinische Evidenz, sondern als wissenschaftlich-biografische Genealogie der Frage, wie zielgerichtetes Handeln unter wechselnden Ausführungsbedingungen erhalten und unterstützt werden kann.

Heilemann, K. & Müller, F. (1993). Aufbautraining Judo: Entwicklung und Erprobung eines trainingsmethodisch-psychologischen Stufenprogramms zur Ausbildung situationsangemessener Kampfhandlungen. bps-Verlag, Köln. ISBN 3-922386-44-X.
Weitere Research genealogy: Holographic Ledger

Die Ledger-Terminologie entstand teilweise aus früheren Arbeiten zu Commitment, Persistence und Boundary-Formation im Holographic-Ledger-Programm. Für ID360 gilt ausdrücklich: Die Governance- und Action-Architecture hängt nicht von der empirischen Gültigkeit spekulativer physikalischer Holographic-Ledger-Hypothesen ab. Die Verbindung ist genealogisch und strukturell, nicht evidentiell.

Holographic Ledger v3 · DOI 10.5281/zenodo.19956152

Systemarchitektur, Neurologie/Rehabilitation und Pflegepraxis.

Initiator · Action Architecture · AI Governance

Dr. Karsten Heilemann

Konzeptentwicklung, Systemarchitektur, Human Agency, Governance, komplexe administrative Prozesse und Projektkoordination.

Co-Initiator · Forschung · Rehabilitation

Dr. Frank Müller

Wissenschaftliche und rehabilitationsbezogene Perspektive; Co-Autor von ID360-DAC, ID360-Bridge, PSCC und NEURO-PERSIST.

Care Practice · Psychosoziale Versorgung · Co-Design

Harms Riediger

Pflegepraxis und psychosoziale Beratung; Perspektive auf reale Versorgungsabläufe, Belastungssituationen und Praxistransfer.

Offene Kooperation

Klinische, technische und akademische Partner

ID360.life sucht gezielt Partner für Prototyping, Human-AI Interaction, Neurologie/Rehabilitation, Pflege, Evaluation und Governance.

Gesucht: Partner, die die Architektur an der Realität testen.

Neurologie & Rehabilitation

Für Co-Design, Workflow-Validierung und spätere klinische Studien. Schlaganfall ist der erste klinische Anker; weitere erworbene neurologische Beeinträchtigungen sollen erst nach eigener Prüfung einbezogen werden — nicht über vorschnelle Wirksamkeitsclaims.

Pflege & Alltag

Für reale Nutzungsszenarien, Operator-Rollen, Aufgabenkoordination und Transfer aus institutionellen in häusliche Kontexte.

AI / HCI / Systems

Für adaptive Interaktion, Policy Engines, Agentic Workflows, Provenance, Auditability und sichere Runtime Constraints.

Public Services & Governance

Für administrative Stress-Tests, verständliche Autorisierung, Widerruf, Eskalation und rechtssichere Prozessgrenzen.

ID360.life befindet sich in der frühen Validierungs- und Aufbauphase. Gespräche mit klinischen Einrichtungen, Pflegepartnern, Hochschulen, AI-/HCI-Teams und Förderpartnern sind ausdrücklich willkommen.

Dr. Karsten Heilemann

Die Person bleibt.
Die Autorisierung bleibt attributable.

ID360.life · Human Agency & Distributed Action Capacity · Berlin · 2026
Assistive Action Architecture zuerst — klinische Claims erst nach Evidenz.